Gamespot schnappte sich Cyberpunk-Schöpfer Mike Pondsmith nach der E3 für ein Video-Interview, in dem er über die Erschaffung seiner Spielwelt spricht und über seine langjährige Arbeit an einer Rollenspiel-Fortsetzung mit Namen Cyberpunk Red

 
Pondsmith beschreibt Cyberpunk als eine Welt, in der etwas mit der Technologie schiefgelaufen ist und Menschen Wege entdeckt haben, sie auf neue Art zu nutzen. Technologie wird von Cops, Gangs und Megakonzernen genutzt, um Macht auszuüben

Der Schöpfer des Pen&Paper Rollenspiels Cyberpunk 2020 wurde mehrfach von CD Projekt Red eingeladen, um vor den versammelten Teams in allen Studios zu sprechen und zu berichten, wie seine Spielwelt funktionierte. 

Als Pondsmith damals am Rollenspiel in den 80er Jahren arbeitete, war das Genre Cyberpunk noch recht jung und keiner wusste genau, was alles dazugezählt werden würde. Mit den einzelnen Klassen bekamen Spieler mehr Kontext für ihre Charaktere. 

Solos sind typische Söldner, Muskeln und Waffen gegen Bares, die sowohl für Megakonzerne als auch für den den kleinen Mann auf der Straße arbeiten. 

Rockerboys dagegen sind nicht nur einfache Musiker mit Gitarren, denn sie wollen auch eine Message verbreiten. Pondsmith führt hier Frontmann Bono von der Band U2 als Beispiel an. Die Musik soll Leute auf der Straße versammeln, Korruption und politische Probleme aufdecken und zur Veränderung aufrufen. Sie müssen jedoch nicht zwangsläufig Musiker sein und könnten eher eine Art Influencer sein.

Die größten Inspirationen für die Nomad-Klasse waren für Pondsmith die Mad Max-Filme und das Buch Hard Wired des Autors Walter Jon Williams. In dem Roman geht es um einen Panzerboy, welcher in einer postapokalyptischen Wüstenlandschaft als Lieferant arbeitet. Somit sind Nomads nicht nur taffe Kerle in der Wüste, sondern mehr eine Art fahrender Händler oder Schmuggler. 

Netrunner sind die Diebe und Informationsmakler der Zukunft. Als in Cyberpunk 2020 während des vierten Konzernkrieges das Net größtenteils kollabierte, wurde der Netrunner laut Mike Pondsmith auch ein wenig zu Indiana Jones, der verlorene Schätze ausgraben wollte. 

Bevor die Entwicklung von Cyberpunk 2077 begann, arbeitete Pondsmith bereits an Cyberpunk Red, welches die Story nach dem Ende des vierten Konzernkrieges im Jahr 2027 weiterspinnen sollte. Er startete bereits einen Versuch einer Fortsetzung mit V3, welches als dominierendes Farbschema Grün hatte, doch mit Cyberpunk Red (rotes Farbschema) soll die Hauptgeschichte richtig weitergeführt werden über die kommenden Jahrzehnte. 

Im bisherigen Cyberpunk Pen&Paper Rollenspiel hatten die Spieler bereits alles aus ihrer Zeitlinie ausgeschöpft - alles entdeckt, alle coolen Gadgets gesammelt. Der vierte Konzernkrieg sollte die moderne Technologie nicht zerstören, jedoch durchschütteln und neu verteilen. Nachdem das Net größtenteils zerstort wurde, sind nur noch Teile davon zugänglich, häufig über Subnetzwerke, die sich nicht mehr über den ganzen Globus erstrecken. Neue Waffen erscheinen, die von neuen Herstellern mit anderen Ressourcen hergestellt wurden und nicht vom Marktführer Militech. 

Wogegen Cyberpunk 2077 viele Einflüsse aus Cyberpunk 2020 zieht, könnte Cyberpunk Red auch durch das Videospiel beeinflusst werden. So erklärt Mike Pondsmith, dass CD Projekt Red neben den bekannten Megakonzernen auch neue Konzerne einführt und es sein könnte, dass Cyberpunk Red die Vorgeschichte dieser noch unbekannten Konzerne genauer beleuchtet.

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