In einer Telefonkonferenz mit dem Vorstand von CD Projekt wurden die Gründe für die unerwartete weitere Verschiebung von Cyberpunk 2077 auf den 10.12.2020 weiter erläutert und eine zukünftige Besserung in der Entwicklung in Aussicht gestellt.

PC-Version fertig, Current-Gen braucht mehr Zeit

Adam Kicinski räumt erneut ein, dass die Zeit für den letzten Teil der Entwicklungsphase falsch einschätzt wurde. Zusätzlich habe COVID-19 die Arbeitsbedingungen, trotz aller getroffenen Maßnahmen, definitiv nicht erleichtert.

Die PC-Version von Cyberpunk 2077 ist nach Aussagen von CDP schon bereit für den Release und das Spiel läuft „großartig“ auf den neuen Next-Gen-Konsolen (im Abwärtskompatibilitätsmodus – die Versionen mit Next-Gen Features kommen weiterhin nächstes Jahr). Die drei zusätzlichen Wochen werden insbesondere dafür genutzt, die technische Stabilität der aktuellen Konsolengeneration (PS4/PS4 Pro, Xbox One/Xbox One X) zu verbessern und Bugs zu beheben.

Laut Michał Nowakowski schämt man sich lieber jetzt für die erneute Verschiebung des Spiels als für eine schlechte Qualität zum Release. Die eigenen Ansprüche sind hoch und das Team will eine Metacritic-Wertung von über 90 erzielen.

Eine Aufteilung des Erscheinungstermins (z.B. erst PC am 19. November und dann Curren-Gen am 10. Dezember) wurde nicht in Erwägung gezogen. Laut Nowakowski setzt die Firma auf einen gemeinsamen Release für alle Systeme, was besser zur Arbeitsweise des Teams passt und auch auf Seiten des Marketings mehr Sinn ergibt.

Es wurde außerdem angemerkt, dass Spiele mit einer Größenordnung wie GTA, RDR oder The Witcher 3 immer mal Bugs haben werden, es den Entwicklern aber auf den Schweregrad bzw. das Ausmaß ankomme. CD Projekt Red wird auch nach dem Release weiter an der Optimierung von Cyberpunk 2077 arbeiten.

Die Zukunft wird besser – auch Dank Next-Gen

Laut Adam Kicinski hat man durch die aktuelle Situation die Lektion gelernt und will es bei zukünftigen Projekten besser machen.

Seiner Einschätzung nach hätte Cyberpunk 2077 bereits zu einem früheren Zeitpunkt spielbar sein sollen und es wurden bei diesem komplexen Spiel viele Elemente erst in einem späten Stadium zusammengefügt. Deswegen sollen organisatorische Veränderungen in der technischen Abteilung der Firma folgen.

Der Multiplayer, welcher als separater Titel entwickelt wird, liegt bereits in Form von mehreren Prototypen vor, welche während der Entwicklung immer wieder ausprobiert werden.

Kicinski fasst Cyberpunk 2077 bereits als ein „Next-Gen-Spiel“ auf, welches dennoch für recht alte Maschinen (a.e. Konsolen gemeint) umgesetzt wird und das hat eigene Herausforderungen zur Folge. Diese Herausforderungen „würden nicht mehr in zukünftigen Projekten auftreten – zumindest nicht beim nächsten“.

Er deutet hier wahrscheinlich das vierte Spiel aus der Witcher-Reihe an, welches demnach nur auf Next-Gen-Hardware bzw. PC erscheinen könnte und nicht mehr für PS4 und Xbox One. 

Wir stützen unsere Spekulation hier auf frühere Aussagen des Vorstandes von CD Projekt, nach denen bereits ein klares Konzept für ein weiteres Einzelspieler-Spiel vorliegen würde. Adam Kicinski äußerte damals zeitgleich gegenüber Eurogamer, dass man schon immer ein neues Spiel aus der Witcher-Reihe machen wollte.

Zum Thema „Crunch“

Kicinski beantwortete eine Frage zum Crunch mit der Aussage: „Der Crunch ist nicht so stark ausgeprägt – und war es auch nie.“ Einige Mitarbeiter waren seiner Aussage nach sehr stark davon betroffen, die Mehrheit des Teams jedoch nicht, da ihre Arbeit bereits erledigt ist. Momentan seien eher Q&A, Ingenieure und Programmierer betroffen.

CDProjekt.com - Transcript of teleconference on Cyberpunk 2077's release postponement