Cyberpunk 2077 - Hacking

Wie genau funktionieren eigentlich die Quickhacks, was sind Daemons und wie passen sie in unser Cyberdeck? Können wir auch die Straßen von NIght City hacken? Im Nachgang der E3 2019 lieferte uns Miles Tost von CD Projekt Red genaue Antworten zum Netrunner.

Hack the planet!

In der Welt von Cyberpunk 2077 werdet ihr auch außerhalb von Quests ebenfalls die Möglichkeit besitzen, eure Umgebung zu hacken und zu manipulieren, wie uns Senior Level Designer Miles Tost in unserem E3-Interview verriet. Es bleibt also nicht nur etwa beim Trainingsbot innerhalb der Demo-Quest, denn ihr könntet sogar einen Geldautomaten in den Straßen von NIght City hacken:

"Ja, tatsächlich! Diese Möglichkeiten für jeden Playstyle in jeder Location sind für uns im Leveldesign wichtig und das geht übrigens auch über die Quests hinaus, weil die gleichen Geräte in der offenen Spielwelt funktionieren. 

Die ganzen Funktionalitäten mit dem Roboter sind systematisch, d.h. wir können die auch in anderen Quests unterbringen. Wir wollen euch die Tools geben, um kreativ zu spielen."

Von den geschichtlichen Entwicklungen in Cyberpunk Red und dem Ausgang der E3-Demo wissen wir, dass die Tiefen des Cyberspace bzw. das freie Net hinter einer so genannten Blackwall verschlossen sind. Daher kann der Netrunner nicht mehr bequem von der Wohnzimmercouch Megakonzerne hacken. Stattdessen ist das Net in viele kleinere Subnetzwerke unterteilt. Wenn ihr dazu Zugang erhalten wollt, müsst ihr euch vor Ort einklinken.

"Wenn du jetzt einen Automaten hacken willst, dann musst du erst einmal den Access Point finden, der das Gerät kontrolliert. Bestimmte Hardware kannst du einfach so hacken, aber wenn es an ein Netzwerk angeschlossen ist, musst du erst Kontrolle über das Netz erlangen."

Um diesen Knotenpunkt zu finden ist manchmal etwas Detektivarbeit nötig. Im Fall der Überwachungskamera aus der Demo scannt man erst die Kamera und sieht dann eine Linie, die zum Access Point führt, der wiederum hinter einem Schrank versteckt sein könnte und zunächst freigeräumt werden müsste. 

Zugang verweigert

Um die Kontrolle über das Netz zu erlangen, muss der Spieler am Access Point das Hacking-Minigame starten, welches auf der E3 das erste Mal - wenn auch sehr kurz - präsentiert wurde. Laut Miles Tost habt ihr beim Minigame grundsätzlich erst einmal alle Zeit der Welt, es sei denn der Entwickler möchte euch in dem Moment durch ein Zeitlimit ein bisschen mehr ins Schwitzen bringen. Während des Hackings verlangsamt sich die Zeit um euch herum.

"Die Fantasie dahinter ist, dass es in der Spielwelt trotzdem alles im Bruchteil einer Sekunde passiert.

<...>Quickhacking heißt bei uns, Dinge aus der Entfernung zu hacken, nachdem wir das gegnerische Netzwerk übernommen haben."

Habt ihr einmal ausreichend Kontrolle über ein Neztwerk übernommen, dann könnt ihr euch Hardware z.B. aus der Distanz mit dem Scanner anschauen und eure Optionen für das Quickhacking auswählen. So lässt sich eine feindliche Überwachungskamera auf freundlich stellen oder ausschalten. Ihr könnt sie zudem übernehmen, um euch aus der Sicht der Kamera umzuschauen.  

In der E3-Demo konntet ihr per Quickhack z.B. den Trainingsbot auf die Animals hetzen (wie im Gameplay-Teaser zu sehen) oder die Sicherheitssperre einer Hantelbank hacken, damit diese über dem Gegner zusammenbricht.

"Hacker-Mana" und Cyberdeck

Um Hacks auszuführen, müssst ihr eigene Ressourcen verbrauchen. Es könnte also sein, dass ihr einen Punkt verwenden müsst, um eine Überwachungskamera zu übernehmen, jedoch mehr Punkte aufbringen müsst, um sie auf verbündet zu stellen. Einen Punkt wovon, fragt ihr euch? Beim endgültigen Namen ist sich CD Projekt Red noch nicht sicher, wir hatten im Interview mal "Hacker-Mana" eingeworfen. 

Miles Tost erklärte die Netrunner-Ressoucen genauer:

"Je mächtiger dein Cyberdeck ist, desto mehr 'Hacker-Mana' steht dir zur Verfügung. Ich glaube wir nennen es bisher 'Memory', aber das kann sich in einer Woche wieder ändern.

Wenn du nur als Solo durch die Welt läufst, dann wirst du wahrscheinlich gar kein Cyberdeck benutzen, weswegen du gar nichts oder nur Basic Hacks schaffst, weil dein Skill es sonst nicht erlaubt. "

Beim Cyberdeck handelt es sich um Netrunner-Hardware, die aus Cyberpunk 2020 übernommen wurde. Man kann es sich wie ein Modem für das Net vorstellen, damit der menschliche Geist die komplexe Struktur einigermaßen begreifen und darin agieren kann. Das Cyberdeck sieht häufig wie ein schwarzer Kasten aus, es existiert jedoch auch als integrierbare Cyberware. Placide verwendete in der E3-Demo scheinbar ein Cyberdeck auf seinem Schreibtisch, um sich mit dem Geist von V zu verbinden (was für einen kurzen Moment im Gameplay-Teaser zu sehen ist).

Dämonische Malware

In der aktuellen Demo hatten Vs Hackangriffe auf die Gegner stets tödliche Folgen. Von Miles Tost wollten wir daher wissen, ob der Netrunner über eine breitere Palette an non-lethalen Skills verfügen wird. 

"Tatsächlich haben wir non-lethale Hacks. Letztes Jahr haben wir gezeigt, wie man die Waffen lahmlegt, weil die Gegner ja einen Cyberlink haben, der sie mit ihrer Waffe verbindet, was dann durch einen Virus blockiert wurde.

Da kommt auch das Cyberdeck wieder rein: All die Manipulationen wie 'Gegner schießt sich in den Kopf', 'Gegner zündet eigene Granate' sind Software, so genannte Daemons, die man in sein Cyberdeck slottet. 

Je nachdem wie stark dein Cyberdeck ist, kannst du bs zu vier (das kann sich natürlich noch ändern) davon installieren. Diese Software kannst du dann benutzen, wenn du Gegner bzw. ihr Netzwerk gehackt hast."

Daemons wurden in der Welt von Cyberpunk 2020 vom legendären Hacker Rache Bartmoss entwickelt und man kann sie sich als eine Art Makro oder Programmkombi vorstellen. Einmal ausgelöst, wird gleich eine Kaskade mehrerer Netrunner-Programme gestartet.

Miles Tost über die spannenden Herausforderungen und Möglichkeiten der Daemons:

"Insofern ist es eine große strategische Entscheidung: Du musst dir überlegen, welche Software du für eine Mission mitnimmst, weil du sie nicht einfach mal eben unterwegs austauschen kannst. 

Das finde ich persönlich sehr cool, weil es so der Hackerfantasie entspricht. Du machst deine eigene Vorbereitung für einen Job, bei der du ebenso überlegen musst, welche Waffen du einpackst. Vielleicht sind sie eher dein Backup-Plan, falls was schiefläuft und du dann zur Granate greifst oder du willst stealthy sein."

Das komplette E3-Interview mit Miles Tost lest ihr in Kürze auf Night City Life.