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Ihr habt in der Demo bei den Animals schön gezeigt, wie V die Umgebung hacken kann, um daraus einen Vorteil zu ziehen. Diese provozierten Unfälle mit dem Trainingsbot und der Hantelbank hatten mich ein wenig an Hitman erinnert. Haben solche Hacks immer nur einen direkten Bezug zur Quest oder kann ich ähnlich wie z.B. in Watch Dogs damit auch in der Öffentlichkeit von Night City Unfug treiben? Telefonate von wahllosen NPCs abhören, mein Foto auf eine Reklametafel hochladen, Geldautomaten hacken, Ampeln auf Grün schalten?

Ja, tatsächlich! Wie gesagt, die Interaktivität ist uns enorm wichtig.

Die ganzen Funktionalitäten mit dem Roboter sind systematisch, d.h. wir können die auch in anderen Quests unterbringen. Wir wollen euch die Tools geben, um kreativ zu spielen. 

Unser großer Anspruch ist, dass du deinen eigenen Charakter erstellen kannst, deinen eigenen Spieltypen definierst, ihn auslebst und in ihn investierst. 

Egal. ob du nun als purer Netrunner voll ins Hacking gehst oder einen Nahkämpfer machst, der sich als Hybrid noch Hackingskills hinzunimmt. All diese Möglichkeiten erlauben dem Spieler, entsprechende Entscheidungen zu treffen. 

Natürlich sind damit entsprechende Kosten verbunden. Einige Hacks kosten mehr Ressourcen als andere und da muss man strategisch denken.

Diese Möglichkeiten für jeden Playstyle in jeder Location sind für uns im Leveldesign wichtig und das geht übrigens auch über die Quests hinaus. weil die gleichen Geräte in der offenen Spielwelt funktionieren. 

Da ist natürlich eine gewisse limitierende Mechanik drin, denn in 2077 ist das Net nicht mehr ein riesiges Netz, sondern das ist hinter der Blackwall weggesperrt. Es gibt stattdessen mehrere lokale Netzwerke. Das bedeutet nicht, dass du keinen Zugriff darauf hast, sondern du musst halt zu jedem separat verbinden.

Wenn du jetzt einen Automaten hacken willst, dann musst du erst einmal den Access Point finden, der das Gerät kontrolliert. Bestimmte Hardware kannst du einfach so hacken, aber wenn es an ein Netzwerk angeschlossen ist, musst du erst Kontrolle über das Netz erlangen.

Einige Dinge habe ich beim Hacking allerdings noch nicht recht verstanden. Einerseits gibt es Hacking-Minigames, bei denen die Zeit verlangsamt ist und für die man im Schnitt so 20-30 Sekunden braucht, andererseits gibt es den Quick-Hack-Skill. Was mache ich denn nun, wenn ich Netrunner bin und ein Gegner kommt? Ich will ihn ohne Patrone erledigen oder schnell entkommen - wie kann ich das erledigen? 

Das Hacking-Minigame geht so lange wie du brauchst. Klar, es gibt zeitlich begrenzte Instanzen, um den Schwierigkeitsgrad anzuheben. Aber generell hast du erst mal alle Zeit der Welt.

Dei Fantasie dahinter ist, dass es in der Spielwelt trotzdem alles im Bruchteil einer Sekunde passiert. 

Um auch dein Talent als Hacker zu beweisen…

Genau, das haben wir eben auch für „Combat Netrunning“, wie wir es nennen oder beim Quickhack-Skill. 

Quickhacking heißt bei uns Dinge aus der Entfernung zu hacken, nachdem wir das gegnerische Netzwerk übernommen haben. 

Das bedeutet, dass wir Dinge wie eine Kamera scannen können und dann sehen wir den Knotenpunkt, von dem das Netzwerk ausgeht. 

Man sieht als Verbindung dann direkt eine Linie und in so einem Fall wie in der Demo ist der Knotenpunkt vielleicht hinter einem Schrank versteckt, den du freiräumen kannst.

Du machst anschließend das Minigame und dann kannst du alle Geräte im Netzwerk quickhacken, indem du dir die Hardware aus der Distanz im Scanner anschaust, dir die Optionen betrachtest und auswählst.

Die Überwachungskamera kannst du etwa auf freundlich stellen, sie ausschalten oder übernehmen, um dich aus der Sicht der Kamera umzuschauen. 

So funktioniert das auch für andere Geräte, wo wir beim Ressourcenmanagement wären. Die Kamera zu übernehmen kostet vielleicht einen Punkt, sie auf verbündet zu stellen aber mehr.

Kurze Frage: Einen Punkt wovon dann?

Das ist aktuell noch „Subject to change“, aber momentan ist es…

Wie „Hacker-Mana“ sozusagen?

Im Prinzip kann man sich das vorstellen wie „Hacker-Mana“, denn es ist verbunden mit dem Cyberdeck.

Je mächtiger dein Cyberdeck ist, desto mehr „Hacker-Mana“ steht dir zur Verfügung. Ich glaube wir nennen es bisher „Memory“, aber das kann sich in einer Woche wieder ändern.

Wenn du nur als Solo durch die Welt läufst, dann wirst du wahrscheinlich gar kein Cyberdeck benutzen, weswegen du gar nichts oder nur Basic Hacks, weil dein Skill es sonst nicht erlaubt.

In der E3-Demo waren die Hacks richtig fatal für die Gegner: wegen den gehackten Cyberarmen schossen sie sich selber in den Kopf oder zündeten ihre eigenen Granaten. Wird es später noch mehr Hacks geben, die nicht gleich tödlich sind? Ich glaube in Cyberpunk 2020 gab’s z.B. das Programm „Glue“, welches Gegner regungslos auf einer Stelle festklebte.

Tatsächlich haben wir non-lethale Hacks. Letztes Jahr haben wir gezeigt, wie man die Waffen lahmlegt, weil die Gegner ja einen Cyberlink haben, der sie mit ihrer Waffe verbindet, was dann durch einen Virus blockiert wurde.

Da kommt auch das Cyberdeck wieder rein: All die Manipulationen wie „Gegner schießt sich in den Kopf“ „Gegner zündet eigene Granate“ sind Software, so genannte Daemons, die man in sein Cyberdeck slottet. 

Je nachdem wie stark dein Cyberdeck ist, kannst du bs zu vier (das kann sich natürlich noch ändern) davon installieren. Diese Software kannst du dann benutzen, wenn du Gegner bzw. ihr Netzwerk gehackt hast.

Insofern ist es eine große strategische Entscheidung: Du musst dir überlegen, welche Software du für eine Mission mitnimmst, weil du sie nicht einfach mal eben unterwegs austauschen kannst. 

Das finde ich persönlich sehr cool, weil es so der Hackerfantasie entspricht mit deiner eigenen Vorbereitung für einen Job, bei der du ebenso überlegen musst, welche Waffen du einpackst. Vielleicht sind sie eher dein Backup-Plan, falls was schiefläuft und du dann zur Granate greifst oder du willst stealthy sein. 

Vielen Dank für das Interview!