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Hacking 2.0

Das Hacking hat seitdem wir es zum letzten Mal im Vorjahr beäugen durften ein erneutes Facelifting erhalten. Die größte Änderung betrifft die Access-Points und das Minigame.

Zuvor war es so, dass ihr in der Spielwert erst einmal einen Zugangsknoten finden musstet, um in ein lokales Netzwerk einzusteigen. Dafür musstet ihr ein Minigame lösen, welches euch bei besonders guter Leistung ermöglichte, als Bonus zusätzliche, sofortige Veränderungen an Netzwerkbestandteilen (Kameras, Geschütztürme, Scheinwerfer) vorzunehmen oder eure Schadsoftware/Daemons hochzuladen.

Jetzt ist es so, dass die Zugangspunkte gestrichen wurden und ihr sofort drahtlos mit den Hacks auf eure Ziele loslegen könnt. 

Mit dem linken Bumper aktiviert ihr den Scanner-Modus eurer Augenimplantate, wählt eure Ziele und bestätigt eure Auswahl im Quickhack-Menü über den rechten Bumper. Während des Hackings wird weiterhin ein Zeitlupenmodus aktiviert und per D-Pad schaltet ihr zwischen den Zielen hin und her.

Memory Management

Falls ihr euch an unser Interview mit Miles Tost zur E3 2019 erinnert, verbraucht ihr als Netrunner quasi „Hacker-Mana“, das in Cyberpunk 2077 nun offiziell Memory heißt und sich nach Verbrauch erst über einige Zeit wieder auffüllt.  

Im Hacking-Tutorial wollten wir z.B. eine todbringende Verkettung von Hacks ausführen, um alle Gegner zu erledigen, aber unser Memory reichte für beide Quickhacks zusammen nicht aus.

Dafür gibt’s jetzt den Breach. In der niedrigsten Stufe kann diese Hacking-Aktion die Memory-Kosten anderer Hacks drastisch reduzieren (ein so genannter ICE-Pick-Debuff).

Breach leitet das uns schon bekannte Minigame ein, in dem ihr eine bestimmte Kombination aus Zahlen und Buchstaben nacheinander aus einer Tabelle herausfinden müsst. Die Herausforderung besteht darin, dass ihr abwechselnd die Teile des Codes immer nur aus einer Zeile und dann aus einer Spalte auswählen dürft und umgekehrt. Startet ihr z.B. in einer Zeile und wählt 5B aus, dann dürft ihr im nächsten Zug die nächste Kombination nur aus der Spalte wählen, deren Teil 5B war. Natürlich kommt eine gesuchte Kombination mehrfach in der Tabelle vor, doch ihr müsst vorausschauend planen, um in den nächsten Zügen die richtigen Codes zu erwischen. 

Als Netrunner-Noob verfügt ihr noch über ein kleines Cyberdeck (quasi euer Hacker-Modem in der Welt von Cyberpunk). Im Verlauf des Spiels habt ihr dann die Möglichkeit, die Breach-Funktion zu erweitern und Deamons in das Netzwerk hochzuladen (z.B. alle Kameras gleichzeitig zu deaktivieren). Mit den wachsenden Möglichkeiten des Breach-Tools steigt der Schwierigkeitsgrad des Minigames. 

Digital Daemons

Daemons sind eure individuellen Hack-Angriffe, die wie Zaubersprüche angeeignet werden können, aber auch erst einmal in eurem Cyberdeck ausgerüstet werden müssen. Am Anfang habt ihr dafür zwei Slots frei und müsst euch vor einer Quest gut überlegen, welche ihr aktiv verwenden wollt. Dadurch kommt eine gewisse strategische Komponente zum Hacking hinzu.

Bereits im Tutorial setze ich eine Kombo aus Notruf und Selbstmord ein. Notruf lockte mein Opfer von seiner Position weg und ließ ihn durch einen vorgetäuschten Notruf die Umgebung absuchen. Als dieser dann in der Nähe seines Kollegen ankam, hackte ich den anderen Gegner, um ihn verrückt werden zu lassen, sodass er seine eigene Granate in die Hand nahm, um sich mit dem angelockten Kumpel in die Luft zu sprengen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen - Nice!

Hacking lässt sich wunderbar mit anderen Spielstilen verbinden. So berichtete Miles Tost davon, dass das Leveldesign selbstverständlich auch Sniper willkommen heißt. An einer Hütte befanden sich mehrere Gegner, sowie weitere Feinde und ein schwerer Brocken im Inneren. Aus der Distanz hackte Miles sich in die Überwachungskamera und entdeckte so ein Modul an einer Tür, welches er manipulieren konnte, um einen Alarm auszulösen. Dadurch gerieten alle Gegner in ein perfektes Schussfeld für das Scharfschützengewehr und ahnten nichtmals, was sie aus der Ferne erledigte.

Beispiele für bisher bestätigte Daemons: 

  • Kurzschluss - Überlastet die Cyberware des Gegners und fügt durch den Kuzrschluss Schaden zu. 
  • Überhitzung - Dieser stärkerer Angriff überlastet die feindliche Cyberware nicht nur, sondern steckt sie in Brand, sodass Schaden über die Zeit verursacht wird.
  • SOS-Signal  - Täuscht den Notruf eines entfernten Squadmitglieds vor, sodass sich das Opfer von der Stelle bewegt und die Umgebung absucht.
  • Selbstmord - Versetzt das Ziel in Cyberpsychose, wodurch es sich durch die eigene Waffe umbringt.
  • Optik-Neustart - Setzt die Augenimplantate des Ziels zurück, sodass durch den Neustart der Cyberware eine kurzzeitige Blindheit ausgelöst wird.
  • Waffenfehlfunktion - Beeinträchtigt die Funktion der gegnerischen Waffe oder sorgt sogar dafür, dass die Waffe ausgetauscht werden muss.

Ich hätte mir die gezielte Erforschung der Spielumgebung und das Aufspüren der Access Points zwar interessant vorgestellt, dennoch war es zuvor für den Netrunner spielerisch durchaus ein Nadelöhr, welches erst mal passiert werden musste, um mit dem Hacking erst richtig loszulegen. Die Entscheidung der Entwickler, diesen Engpass zu entfernen und das damit verbundene Minigame an das Breach-Programm zu koppeln, welches optional für fortgeschrittenes Gameplay genutzt werden kann, war eindeutig die richtige Entscheidung.