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Fucked up Frankfurt (Spoiler)

So ein Mist! Arasaka hat eine Operation in Frankfurt voll in den Sand gesetzt. Riesen Ding - voll verkackt!

Kennt ihr das, wenn man das ungute Gefühl hat, an einer schlimmen Sache vielleicht eine Mitschuld zu tragen, aber man weiß es nicht genau?

Mit diesem Problem kämpft vielleicht gerade V, der bei der Spionageabwehr von Arasaka in Night City arbeitet. Da können schon mal die Nerven blank liegen und man kotzt in das Waschbecken der Mitarbeitertoilette - so beginnt mein Corporate Prolog in Cyberpunk 2077.

Jackie ruft an, will wissen, wie es mir geht. Geht so. Er gibt mir ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg, schließlich muss ich gleich zu meinem Vorgesetzten Agent Jenkins. Achja, na dann mal schnell los.

Ich stoße eine Tür rechts von mir auf und platze direkt in eine Gruppe rauchender Kollegen hinein. „Oh, Raucherecke, muss nur eben durch,“ denke ich. Hier ist Sackgasse, denn in der winzigen Ecke einer Toilette verkriechen sich die Mitarbeiter von Arasaka, die niemandem zeigen wollen, dass sie eine Schwäche für Tabakwaren haben. Arasaka erwartet Fleiß und Perfektion.

Endlich raus aus der Toilette stehe ich in der gigantischen Eingangshalle der Arasaka Corporation. Sie wirkt wie eine Kathedrale der Macht. Schwarzer, glatter Beton ragt hoch hinaus, ich kann nichtmals die Decke genau erkennen und fühle mich winzig klein. Die Eingangstür und ein riesiger Werbescreen darüber spenden japanischen Zierbäumen Licht, sonst gibt es nur minimalistische, indirekte Beleuchtung hier und dort.

Eine weibliche Stimme erklingt und zitiert unentwegt die Erfolgshistorie der Firma: „2067 - ein Arasaka-Bodyguard fängt die Kugel eines Assassinen ab und rettet dem japanischen Kaiser das Leben. 2074 - Eine Arasaka-Untersuchung vernichtet eine Terrorzelle in Rio De Janeiro, tötet alle Verantwortlichen und beendet so eine Anschlagsserie.“ 

Ich suche Kontakt zu ein paar anderen Mitarbeitern und stoße auf Ablehnung. Ich solle nicht ihre Zeit verschwenden, sie hätten wegen Frankfurt schon genug Stress. Man feilt lieber die Reißzähne und fährt die Ellenbogen aus. 

Als Corporate habe ich übrigens ein individuelles HUD: Oben läuft ein Newsticker und unten rechts in meinem Sichtfeld sehe ich die Aktienkurse. Arasaka fällt momentan um 3,4 Punkte auf 345 Eddies - Scheiß Frankfurt!

Die Aufzugstür geht auf und ich steige ein, Bildschirme springen an und es läuft eine Mischung aus NTV-Doku und Progaganda-Film: Das Leben von Saburo Arasaka. Ein Mix aus Schwarz-Weiß-Film und Animation zeigt ihn als Flugzeugpiloten der japanischen Armee, seinen Absturz und die schwere Verletzung, die industrielle Revolution und natürlich das Gesicht des Mannes, welcher mit 158 Jahren noch lebendig sein soll.

Als Fan genieße ich diese liebevolle Verneigung der Entwickler vor der Geschichte des Cyberpunk-Universums. Der Aufzug hat sein Ziel schon vor 15 Sekunden erreicht, ich starre immer noch den Bildschirm an und die anderen Insassen haben bestimmt wortlos ihre Polygonhände in der Anzugtasche zur Faust geballt. 

Ich steige aus und werde von einem Mann angesprochen, der an der Wand gegenüber lehnt. Ich bin in Eile und könnte ihn einfach stehenlassen, aber ich lasse mich auf ein Gespräch ein und stelle fest, dass man sich von früher kennt. 

Er kam gerade von einem Einsatz In Kapstadt zurück, bei dem Arasaka eine von zwei rivalisierenden Parteien unterstützt hat und Kisten voller Waffen über der Küste abgeworfen hatte, die sich die Bevölkerung mit Fischerbooten an Land schleppte. 

Ganz netter Kerl irgendwie - für wen arbeitet er noch mal? Abernathy - soso. Soll eine ganz tolle Chefin sein, meint er. Ich halte dagegen, dass die Bitch stets versucht hat, Vs Chef zu untergraben und sogar verhindert hat, dass Jenkins Leiter der Spec Ops wird. Meinen Chef hält man aber für effektiv, weil er ein Psychopath sei. Ich habe genug gehört und gehe weiter.

Ich lasse mir doch noch ein wenig Zeit, bevor ich zu Jenkins Büro gehe, um mich weiter umzusehen. Wie im übrigen Teil des Gebäudes ist dieses Stockwerk ebenfalls fensterlos, blutrotes Licht fällt aus einigen Ecken indirekt auf das dunkle Gestein.

Zu meiner Linken ist ein Konferenzraum. Ich blicke durch die Glaswand und sehe, wie drei Leute an einem großen Tisch ein Meeting abhalten. Ich gaffe ein wenig länger hin, frage mich, worum es wohl geht. Da schreckt einer der Männer plötzlich auf und starrt grimmig in meine Richtung. Eine Sekunde später sind die Glaswände verblendet, ich kann nicht mehr erkennen, was drinnen geschieht. 

Rechts von mir sitzen Kollegen in einer Sitzgruppe und unterhalten sich ausgelassener miteinander. Ich gehe näher heran, möchte mich daran beteiligen, doch als ich vor ihnen stehe, verstummen sie. Wieder ablehnende Kommentare, wenn ich sie gezielt anspreche. Tolle Arbeitsatmosphäre bei Arasaka. Am besten keine Schwächen zeigen, sie könnten morgen schon das Karrieresprungbrett eines anderen sein.

Der Vorraum vor Agent Jenkins Büro ist videoüberwacht, ein Scanner tastet mich nach potenziellen Bedrohungen ab. Meine Identität wurde bestätigt und ich kann herein.

Dunkle Pläne

Das dunkle „Arbeitszimmer“ von Jenkins ist riesig und abgesehen von japanischen Einflüssen liegt der Einrichtungsstil irgendwo zwischen James Bond-Bösewicht und Sith Lord. Vor einem etwa 500 Zoll großen, langgezogenen Bildschirm erkenne ich seinen Schatten und einen Schreibtisch davor. 

„Hallo V, nimm doch bitte Platz, ich bin gleich bei dir“ sagt er mit einer überraschend väterlichen und freundlichen Stimme. Danach spricht er wieder mit einem Mann im Ohr, denn gerade läuft eine Operation, die Jenkins leitet. Ich setze mich hin. Der große Screen zeigt ein Treffen der ESA, der europäischen Raumfahrtbehörde. Jenkins erkundigt sich, ob die Abstimmung schon im Gange ist und gibt grünes Licht. Die Leute auf dem Bildschirm schreien auf, zucken vor Schmerzen und brechen regungslos auf dem Tisch zusammen. Irgendwie lustig, die Szene kennen wir so ähnlich aus dem 2018er Trailer, nur röstete hier T-Bug Leute von Arasaka. 

Ein Anruf  kommt rein und ich höre mit. Es ist Abernathy, sie ist Jenkins Vorgesetzte und will wissen, was zur Hölle da gerade passiert ist. Jenkins erklärt, dass er nach dem Mist in Frankfurt das aktuelle Problem gelöst habe und man nun 10 Tage mehr Zeit hätte. Abernathy schnauzt ihn an, er hätte es diskret lösen sollen und nicht mit der Brechstange. 

Nach dem Telefonat läuft Jenkins erst mal rüber zu seiner Minibar. V wird nach seiner Meinung gefragt und ich gebe zu Protokoll, dass Abernathy nicht das erste Mal versucht hat, Jenkins fertigzumachen. Er stimmt mir zu, eine Lösung müsse her. Wir beschließen, Abernathy zu befördern und zwar ins Jenseits. V soll ein externes Killer-Kommando zusammenstellen, welches sich nicht zu Arasaka oder Jenkins zurückverfolgen lässt. Ein verlässliches Mitglied fällt mir sofort ein: Jackie Welles. Ich erhalte einen Datenchip mit ihren persönlichen Daten, engsten Freunden und Trauma Team-Accountdetails. Außerdem soll ich weiter recherchieren, wie man am besten an Abernathy rankommen kann. Jenkins leiht mir seinen Firmenwagen - einen coolen Gleiter von Arasaka.

Ich verlasse Jenkins Büro und ein Mitarbeiter stellt sich mir in den Weg. Es ist mein Untergebener und er ist total fertig, entschuldigt sich vielmals, weil er ist mit der Abgabe dringender Informationen mehrere Tage zu spät ist. V kann entscheiden, wie geantwortet werden soll. Zeige ich mich verständnisvoll und sage ihm, dass alles halb so wild ist und er es mir einfach auf den Schreibtisch legen soll oder mache ich eine Szene und sage, dass das noch ein Nachspiel haben wird? Ich mache ihn zur Sau und er zieht ängstlich ab.

Das Questlog wurde aktualisiert und ich kann mich direkt auf den Weg zum Treffpunkt mit Jackie machen oder optional am Rechner meines Arbeitsplatzes nach weiteren Details über Abernathy stöbern. Natürlich will ich meinen eigenes Büro sehen - und werde enttäuscht! Jahrelang hart für Arasaka geschuftet und ein ca. 5x2m langes Büro ist alles, was V bekommen hat.  

Ich setze mich an den Rechner, eine Winkekatze aus Keramik begrüßt mich an meinem Schreibtisch. Daneben liegt eine gebundene Biografie von Richard Night, dem Architekten von Coronado City, welches nach seinem Tod in Night City umbenannt wurde. Ein Prospekt von NetWatch macht mich mit den Anforderungen eines Agents vertraut, ein der Buchtitel „Why be me?“ lässt mich an meiner Persönlichkeit zweifeln. 

Ich klicke mich durch meine Nachrichten und stoße auf die Meldung meines Betriebsarztes, der mich ermahnen möchte, dass Vs Stresshormone deutlich erhöht sind und er mehr auf sich achten solle. Die nächste Mail ist Werbung: Urlaub in Europa kann ja jeder, aber eine exklusive Auszeit erlebe man hoch oben im Erdorbit auf der Raumstation Crystal Palace. Mondbasen, Marsmissionen und Weltraumstationen sind in der Welt von Cyberpunk 2077 nichts besonderes und daher hoffe ich, dass im Crystal Palace 66 Jahre nach der Fertigstellung mal renoviert wurde. Ich habe endlich auf dem Rechner einen Text gefunden, der mir mehr über Abernathy verrät und bin nun bereit, mich mit Jackie beim Lizzy’s Bar zu treffen.

Eine Schublade in meinem Schreibtisch hat mich neugierig gemacht. Darin entdecke ich ein Spray, welches gleich in mein Inventar wandert, eine Trauma Team Mitgliedskarte und eine Ausgabe des Magazins Retro Gaming mit Witcher 3: Wild Hunt als Spiel des Monats - Haha!

Beim Weg nach draußen bemerke ich, dass ich in meinem Büro sogar ums Eck gehen kann. Dort sitzt der mir unterstellte Kollege von vorhin. Ich will ihm eine Szene machen und bekomme mit, dass es gleich noch ein Problem gibt. Was kann der eigentlich richtig? Einer unser Arasaka-Spione beim Megakonzern Biotechnica ist möglicherweise aufgeflogen. Obwohl er eine reine Weste hat und kaum zu enttarnen ist, entsteht der Eindruck, dass Biotechnica ihn mit falschen Informationen füttert. Ich werde gefragt, ob wir ihn abziehen oder weiter herumschnüffeln lassen. Na der Spion soll einfach seinen Job machen - was kann den schon schiefgehen? Wie, er hat Frau und Kinder? Egal - Weitermachen! Tut mir leid, in dieser Preview bin ich ein Corpo-Drecksack.

Flug erster Klasse

Mit dem Gefühl, heute schon ein gutes Tagwerk vollbracht zu haben, begebe ich mich zum Shuttle-Rampe von Arasaka. Wir heben ab und zum ersten Mal erhasche ich einen Blick auf Night City, während der Gleiter über die mit Neonschildern gespickten Dächer der Wolkenkratzer fliegt. Erinnerungen an Blade Runner werden wach. Eine Bildschirmoption fragt mich, ob ich etwas trinken möchte - Bestätige! Mit einem Sektchen in der Hand blicke ich raus in die Ferne. Das nenne ich stilvolles Reisen!

Ein Anruf reißt mich aus diesem meditativen Moment: Es ist mein Personal Trainer oder sagen wir lieber Entspannungs-Guru. Ich werde an unser Training erinnert und er möchte mir noch ein paar Tipps geben. Nach dem Gespräch hält die Ruhe nicht lange an, denn der Bordcomputer beklagt, es gäbe aufgrund der Sicherheitsbestimmungen keine geeignete Landezone in der Nähe von Lizzie’s Bar. V faucht die K.I. an, sie solle die Sicherheitsprotokolle mal vergessen und ihn irgendwie am Zielpunkt runterbringen. 

Gesagt, getan und so landet das AV auf einem kleinen Basketballplatz oberhalb der Bar - sehr zum Ärgernis dreier Homies, die hier gerade spielen wollten. Die Jungs pöbeln V gleich beim Aussteigen an und wir haben unter einem Countdown wenige Sekunden die Wahl, handgreiflich zu werden und z.B. den Ball zu klauen, ihn gegen einen der Drei zu schleudern und ihn zu Boden zu werfen, seinen Kumpel umzuschubsen bis auch der dritte die Flucht ergreift oder einfach nichts zu tun. Ich entscheide mich für die letztere Variante, schließlich hat mich noch niemand wirklich angegriffen und für so ein paar Würstchen mache ich mir als Corpo doch nicht meinen Designeranzug schmutzig, zumal meine Cyberware auf Militärstandard sie hätte in Stücke reißen können.

Vor der Eingangstür von Lizzie’s Bar steht eine Türsteherin der Mox mit einem Baseballschläger. Die Gang hat hier ihr Hauptquartier und wurde nach dem Tod von Elizabeth “Lizzie” Borden im Jahr 2076 gegründet. Die ehemalige Prostituierte besaß einen Stripclub, behandelte ihre Angestellten stets fair und verteidigte sie gegen gewalttätige Kunden. Die Mox beschützen die Arbeiterklasse gegen Gewalt und Misshandlung.

V ruft der Türsteherin der Mox zu, sie solle doch auf sein Fahrzeug aufpassen, während er weg ist. Sie kontert, dass sie dafür nicht bezahlt wird, aber V meint, es sei keine Bitte gewesen und er wolle später nicht einen Kratzer am Lack sehen. Die Mox knickt ein und winkt ihn durch: „Wilkommen in Lizzie’s Bar!“ 

Die Bar bebt unter den pulsierenden Sounds der DJane, die fast wie ein schneller Herzschlag klingen. Alles ist in lilanes und blaues Licht getaucht, den Farben der Moxx. Die Wände sind dekoriert mit kleinen, weiblichen Gestalten, die Totenkopfmasken tragen und weitere Symbolik, welche an den mexikanischen Feiertag der Toten, den Dia de Muertos, erinnern. Lange Zeit starre ich auf die Wände, welche die Motive in metallischen Farben glitzern lassen. 

Im untersten Stock steht neben der Theke im Zentrum der Bar eine breite Sitzfläche, an der Besucher ihre Braindance-Fantasien befriedigen. Über ihnen hängen Pyramiden von der Decke, welche mit ihrem klobigen Design schon fast an umgedrehte Maya-Tempel erinnern und so perfekt zum mexikanisch angehauchten Stil der Bar passen. Es erinnert mich außerdem entfernt an die Maya-Revival-Architektur zu der auch das Apartment von Deckard in Blade Runner gehörte.

Jackie begrüßt mich in einer Ecke der Bar und ist wie immer bestens gelaunt. Ich erzähle ihn von Jenkins Plan und baue auf seine Mithilfe. Wir gehen gerade die Pläne durch, um Abernathy aus dem Verkehr zu ziehen als ein seltsamer Typ auf uns zukommt, begleitet von zwei breitschultrigen Schlägertypen, die aussehen wie zwei Sumoringer, die mit ihrer rot-weißen Schminke im Gesicht gerade einem japanischen No-Theater entsprungen sind. 

Der Anführer behauptet, vom Arasaka HQ zu sein. Geht’s schon wieder um Frankfurt?! Man ist wegen mir da und der Tag scheint nicht nur schlecht angefangen zu haben. Ich soll sofort alle Details zum Komplott von Jenkins und mir gegen Abernathy rausrücken. Ich willige ein, aber der Typ hat schon längst all meine Arasaka-Cyberware komplett deaktivieren lassen, meine Trauma Team-Mitgliedschaft gekündigt und mein Bankkonto komplett geleert. Den Job bei Arasaka bin ich auch los und soll unverzüglich für ein kleines, wahrscheinlich blutiges Interview bei Abernathy vorstellig werden. Jackie springt auf, droht, dass es für die Arasaka-Truppe in Lizzie’s Bar recht ungemütlich werden könnte, wenn sie mich mitnehmen wollen und doch keiner sterben möchten. Die Anzugträger lassen von mir ab und verschwinden, doch meine Cyberware gibt zunehmend den Geist auf. Jackie meint, mein Leben sei noch gar nicht beendet, sondern fange genau jetzt an. Dann wird mir schwarz vor den Augen.

An dieser Stelle käme so ein aufmunterndes Video im Rocky-Stil, in dem man sieht, wie V langsam wieder auf die Beine kommt und die Freundschaft zu Jackie in den nächsten 6 Monaten immer intensiver wird. In der Preview-Version fehlte das Video allerdings noch. 

An diesem Punkt laufen die unterschiedlichen Lebenspfade von V zunächst wieder zusammen und wir treffen ihn/sie mit Jackie im Schlepptau beim nächsten Auftrag in Night City wieder.

Im Nomad Lebenspfad hättet ihr mit V in den staubigen Badlands angefangen. In einer Werkstatt macht ihr zunächst Bekanntschaft mit einem fremdenfeindlichen, aufgeblasenen Sheriff, zum Glück trefft ihr dann recht schnell Jackie, mit dem ihr heiße Ware über die Grenze schmuggeln sollt. Auf die Fracht haben es sogar schießwütige Arasaka-Agenten abgesehen, die sich mit Fahrzeugen an eure Fersen hängen. Am Ende stellt sich heraus, dass ihr die ganze Zeit einen tiefgekühlten, echten Leguan mit euch herumgeschleppt habt.

Im Street Kid Lebenspfad wäre der Einstieg entspannter gewesen mit Bier und Burgern in der Bar El Coyote Cojo. V versteht sich recht gut mit dem Barmann und will ihm helfen, seine Schulden loszuwerden. Fixer Kirk hat da schon eine tolle Idee: Einfach mal eben einen lukrativen Wagen klauen. Doch V ist nicht allein bei dem Plan, da Jackie als Konkurrent ebenfalls auf das Auto angesetzt wurde. Schlimmer wird es dann, wenn die Cops dazwischen geraten.

Back in the city

Jackie und ich sitzen im Wagen und mir wird empfohlen, noch ein kleines VR-Tutorial zu nutzen, um meine Kenntnisse ein wenig aufzufrischen. Ich willige ein und stecke mir einen Shard in den Schädel.

Ähnlich wie einst Neo in den Trainingseinheiten mit Morpheus befinde ich mich plötzlich in einem schneeweißen Raum. Mit einem heftigen Drill begrüßt mich eine künstliche Intelligenz von Militech, die mir zeigen will, wo der Hammer hängt.

Plötzlich höre ich die Stimme von T-Bug, die den Knilch von Militech erst mal ordentlich verhöhnt. Die Jungs können doch gar nix und deswegen übernimmt sie erst mal das Ruder im Tutorial. 

Als talentierte Netrunnerin ist es für sie ein Leichtes, die Parameter dieses Konstruktes zu ändern und ihr spielerischer Umgang macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass sie überall mal wieder liegend, sitzend, lehnend auftaucht und wieder verschwindet, ganz so wie die Grinsekatze in Alice im Wunderland.  

Am Ende des Tutorials startet die Rettungsmission von Sandra Dorsett, welche ihr bereits schon aus dem 48 Minuten langen Gameplay-Video aus 2018 kennt. 

In der aktuellen Build gibt es wenige inhaltliche Unterschiede. Der Enviromental Takedown mit dem Ertränken des Gegners im Eiswasser ist gestrichen, der restliche Ablauf ist eigentlich gleich. Optisch auffallend ist dagegen wie stark dieser Level nun vom RTX profitiert in der Ausleuchtung der Räume und Korridore oder wie Monitore einen Schein auf die Umgebung werfen. Auch der Detailgrad der Texturen hat sich erneut verbessert. 

Nachdem Dorsett vom Trauma Team abgeholt wurde, will Jackie mich nach Hause fahren und wir werden von ein paar fiesen Typen verfolgt, die wahrscheinlich etwas mit der Sache zu tun haben.

Jackie übernimmt das Steuer und ich geb den Leuten hinter uns Saures, während ich mich aus dem Fenster lehne. Mal öffnen sich die Türen der Verfolger-Vans hinten, mal an der Seite und die Typen beharken uns mit ihren Knarren. Die beste Idee ist natürlich, den Fahrer auszuknipsen. Es handelte sich natürlich um eine On-Rails Schießeinlage, aber das war wirklich recht launig, zumal die Schadensmodelle an den Fahrzeugen nett anzusehen sind.

Nach der ganzen Aufregung kann ich mich erst mal ein wenig zurücklehnen und den Ausblick auf Night City, während es langsam dunkel wird. Naja, Genießen ist so eine Sache, schließlich liegt hier überall Dreck, der vom Wind weggepustet wird und vom Regen aufgeweicht wird. Überall tolle Neonlichter.

Wir wollen über die Brücke nach Watson rüberfahren, aber etwas stimmt nicht. Die Polizei hat eine Straßensperre errichtet und eine Polizistin winkt uns heran. Jackie lehnt sich aus dem Fenster und startet die Konversation mit „Officer, was haben wir für ein Glück, gerade Sie hier zu treffen“. Sie will von Jackie erfahren, was sie denn so besonders mache. Jackie meint, die Polizistin habe doch sicher ein Herz aus Gold und könne verstehen, dass de jetzt dringend zu seinem Mädchen nach Watson müsse. V pflichtet bei, dass er ein anständiger Kerl ist und so wickeln wir die Dame erfolgreich um den Finger. Der Weg nach Watson ist frei, doch es bleibt bei einer Ausnahme.

Wir erreichen unbeschadet das Megabuilding und ich mache mich auf in mein Apartment. Zum prasselnden Regen genieße ich die Saxophonmusik aus der Stereo-Anlage und fühle mich erneut an Blade Runner erinnert. Wie könnte man besser einen ereignisreichen Tag in Night City beenden? 

Am nächsten Tag treffe ich mich mit Jackie bei Victor und lasse mir meine neuen Augenimplantate verpassen - ähnlich wie im Video aus 2018, allerdings werden kleinere optische Dinge verändert. Zum Beispiel hängen draußen vor Viktors Klinik jetzt zwei Leute ab. Die Frau würde wohl unbedingt gerne was mit mir trinken gehen und es liegt vielleicht ja doch an meinem sexy Bärtchen? Der kleine Junge dagegen spielt mit einem riesigen Revolver - harter Tobak. 

Nach dem Besuch bei Viktor klinke ich mich erst mal aus der Hauptquest aus, um mir Watson genauer anzuschauen und Nebenaktivitäten auszuprobieren.

Multiple Maelstrom Choices

Später im Spiel lernt ihr dann natürlich Fixer Dexter DeShawn kennen, der euch beauftragt, den Flathead-Roboter von der Maelstrom-Gang zu beschaffen und euch optional mit Meredith Stout von Militech zu treffen. Sie will es den Maelstrom mit einem Virus auf einem Creditchip heimzahlen und bezichtigt ihren Kollegen Gilchrist, mit der Gang gemeinsame Geschäfte zu machen.

Wie mir mitgeteilt wurde, bleibt die Quest fast so wie im Gameplay aus 2018, das heißt ihr habt mehrere Möglichkeiten, sie zu beenden: 

  1. Ihr kauft den Roboter einfach mit eurem eigenen Geld. Alle haben ein faires und gutes Geschäft gemacht und ihr verlasst das Gangversteck völlig problemlos.
  2. Ballert Gangboss Royce einfach mitten im Dialog die Rübe weg. Das gibt sofort Krieg mit den Maelstrom, aber der Bossfight bleibt euch erspart
  3. Ihr überreicht den verseuchten Creditchip an die Maelstrom, welcher viele von ihnen erledigt und schießt oder schleicht euch den Weg nach draußen.
  4. Ihr erzählt Royce von dem Virus und die Gang ist euch dankbar, ganz im Gegensatz zu den Leuten von Militech, die dann das Gebäude stürmen. Die Option entscheidet darüber, ob Stout oder Gilchrist gewinnt.

Eine kleine Neuerung befindet sich in der Fabrik von All Foods: Hier wird der ehemalige Chef der Gang namens Brick festgehalten. Eine Mine hält ihn in Schach und ihr habt die Möglichkeit, ihn zu befreien, zu töten oder einfach zu ignorieren. Sein Überleben könnte vielleicht ein späteres Wiedersehen bedeuten.

Die Jagd nach dem Relikt

Mit dem Flathead im Sack lernt V in Lizzy’s Bar Evelyn Parker kennen, die in den höchsten Kreisen von Night City verkehrt und wichtige Informationen bereithält, die uns helfen sollen, gemeinsam das Relikt (den Unsterblichkeitschip) zu stehlen. 

Der Chip befindet sich im Besitz von Yorinobu Arasaka, dem Drahtzieher hinter dem Arasaka Megakonzern. Er stahl den Unsterblichkeitschip aus dem Labor seines Vaters, dem noch amtierenden CEO der Firma, Saburo Arasaka. Jahrelang rebellierte Yorinobu gegen seinen Vater, doch eigentlich hat er ihn jahrzehntelang nicht mehr gesehen. 

Evelyn Parker präsentiert eine Braindance-Aufzeichnung mit einem Besuch aus Yorinobus Hotelzimmer, in dem der Chip irgendwo versteckt sein muss. 

Damit gehen wir im Lizzy’s zu Judy Alvarez, der bekannten Braindance-Spezialistin. Parker und Alvarez scheint eine längere Freundschaft oder Beziehung zu verbinden, sodass Alvarez zur Mithilfe überredet werden kann, obwohl sie am liebsten aus dem geplanten Coup rausgehalten werden will.

V bedrängt die beiden, bei der Braindance-Analyse auch noch T-Bug dabei zu haben und man willigt letztendlich ein.

Nach einem Tutorial nimmt V die Aufzeichnung auseinander und sucht an allen Ecken nach Hinweisen. Gleich zum Anfang sieht man hier übrigens Adam Smasher, den Auftragskiller und Cyborg von Arasaka, der Johnny Silverhand in einem Showdown während des vierten Konzernkriegs tötete. Der Typ sieht aus als hätte ein Skelett mit einem riesigen Mech Liebe gemacht. Ich bin bereits super gespannt auf ein Wiedersehen zwischen Silverhand und Smasher.

Anschließend Schlafzimmer werden überprüft, in der die Aufzeichnerin des Braindance Yorinobus edelste Teile berührt, was recht verstörend für V ist, da man durch Braindance nicht nur Erinnerungen, sondern auch Gefühle erneut erlebt. 

Es werden Videokameras unter die Lupe genomment und die Telefonate von Yorinobu belauscht, doch so richtig weiter kommt man damit nicht. Der entscheidende Hinweis ist, dass das Relikt sehr stark gekühlt werden muss und so checkt V die Klimasteuerung und Thermostate und entdeckt am Ende eine Stelle im Boden, die verdammt kalt ist - Bingo!

Jackie und V treffen sich anchließend mit DeShawn im Afterlife, um den Masterplan für den Raub des Neurochips zu schmieden, bei dem auch der Flathead eine Rolle spielt.

Damit endet der Prolog von Cyberpunk 2077 vorerst und wir sehen den aktuellen Trailer von Night City Wire, der uns andeutet, dass der Plan ordentlich nach hinten losgeht.