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Kaffeekränzchen mit Fixer (Spoiler)

Gerade raus aus dem Megabuilding, wollte ich sofort Nebenquests ausprobieren und sah auf der Map, dass sich die Fixerin Reggie ganz in der Nähe befand.

Fixer wie ReginaJones oder Dexter De Shawn gehören zu einer Berufsgruppe, welche bereits aus der Rollenspielvorlage Cyberpunk 2020 bekannt ist. Sie sind irgendwo zwischen Schwarzmarkthändler, Schmuggler, Talentscout und Robin Hood einzuordnen. Wenn ihr irgendwas oder irgendwen in Night City braucht, ein Fixer kann es euch besorgen und kümmert sich um eure Probleme.

Also plante ich, Reggie mal einen Besuch abzustatten. Die Adresse führte mich zu einem relativ prunklosen Gebäude mit einem Aufzug und in der oberen Etage bestand mein Empfangskomitee  aus mehreren Geschütztürmen, die auf mich gerichtet waren. „Keine Sorge, die schießen nicht auf dich!“ rief Reggie rüber. Regine Jones ist eine Fixerin, die übergeordnet in Watson tätig ist. Von der Panoramascheibe ihres Büros, welches sonst eher wie eine heruntergekommene WG-Wohnung aussieht, hat man einen tollen Ausblick auf die Skyline des Bezirks.

Am Anfang der gemeinsamen Geschäfte scheint Reggie jedoch lieber über SMS zu kommunizieren, denn im Gespräch vor Ort lande ich zunächst eher in einer Sackgasse. 

Miles Tost half mir dann, einen genaueren Einblick in einen der Gigs zu erhalten. So werden die Street Stories nun genannt, welche handgefertigte Open World Inhalte sind. 

Sie spielen sich außerhalb von traditionellen Quests ab, aber es könnte ebenso sein, dass Verläufe aus Haupt- oder Nebenquests diese Aktivitäten freischalten.

Auf der anderen Seite könnten sie als einfache Nebenaktivität im Spiel anfangen und dann in eine waschechte Nebenquest übergehen. Sie dienen somit als zusätzliches Bindeglied zwischen unterschiedlichen Spielinhalten.

Gigs lassen den Spieler laut Miles Tost tiefer in die Welt von Cyberpunk 2077 eintauchen und man könnte sie auch "Kurzgeschichten aus Night City" nennen, denn jede bietet einen kleinen Einblick in das facettenreiche Leben der Stadtbewohner. 

Die Polizei, dein Freund und Helfer

Regina Jones meldet sich bei V nämlich per Nachricht, weil die Gefahr besteht, dass eine der letzten ehrlichen Cops in Night City getötet wird. Die Polizistin Anna hat zu tief im Dreck gewühlt und muss sich vor den Verbrechern in einem Hotel verstecken. Vs Aufgabe ist es dann, die Frau ohne Blutvergießen zu treffen und in Sicherheit zu bringen.

Beim Lösen des Gigs habt ihr ein klassisches Sandbox-Szenario mit mehreren Möglichkeiten. Vor dem Hotel befindet sich beispielsweise ein Marktplatz und hier könnt ihr einfach nach Anna herumfragen. 

Die NPCs auf dem Marktplatz rücken nicht so richtig raus mit der Sprache, aber einen Anhänger der Aldecaldos könnt ihr entweder bestechen oder aber ihr seid ein Nomad und sprecht so als ein Mitglied der Tribes zu einem anderen. So erfahrt ihr, in welche Apartment sich Anna aufhält.

Gewiefte Netrunner entdecken vielleicht eine Überwachungskamera, welche hoch über dem Marktplatz installiert wurde. Durch einen erfolgreichen Hack könnt ihr die Kamera übernehmen, euch umsehen und Anna hinter einem der Hotelfenster erkennen.

Der Zutritt zum Hotel stellt sich schwieriger heraus als gedacht, denn nur Gäste kommen durch die Automatiktür hindurch. Man kann sich dann z.B. einfach am Eingangsterminal selbst ein Hotelzimmer mieten oder aber man versucht es von einer anderen Seite. Denn im Nebengebäude kann V eine Tür aufbrechen und auf Annas Etage einfach von Balkon zu Balkon hüpfen. Mit einem entsprechenden Know-how als Techie stellt eine Tür an einem Seiteneingang ebenfalls kein Hindernis dar. 

Die nächste Herausforderung besteht darin, in Annas Zimmer zu gelangen. Wer über das Nachbargebäude auf den Balkon kam, der sollte auch in der Lage sein, die Balkontür aufzubrechen. Der Techie durchschaut die Türmechanik am Eingang und der Rest könnte einen Zugang finden, indem man im Zimmer unter Anna auf den Balkon steigt und nach oben klettert.

Die Polizistin freut sich allerdings gar nicht über ungebetene Gäste und hält euch für einen Auftragsmörder. Die Situation wird jetzt recht brenzlig, denn es ist nicht einfach, Anna davon zu überzeugen, dass ihr mit friedlichen Absichten kommt. 

Eine der Möglichkeiten wäre, sie auf ihre Kollegen anzusprechen. Denn ihr könnt auf ihrem Laptop im Hotelzimmer Hinweise finden, dass es in Wahrheit die korrupten Polizisten aus ihrem Revier sind, die Anna tot sehen wollen. Viele andere Szenarien enden leider schnell in einem Blutbad. 

Konntet ihr Anna überzeugen, trifft sie den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Habt ihr das Gebäude verlassen und alles friedlich gelöst, bedankt sich Regina per Nachricht und überweist euch einen hübschen Betrag auf’s Konto. 

Solche Gigs und ihr Verlauf könnten sich auch auf die Hauptquest auswirken, indem ihr z.B. durch eure Erlebnisse und Informationen neue Dialogoptionen freischaltet. Die Hauptgeschichte wird allerdings nicht durch die Gigs in gravierender Form umgeschrieben.

Die etwas andere Psycho Squad

In einem anderen Auftrag von Regina Jones im Prolog geht es um eine Cyberpsychose. Regina fand heraus, dass ein Notruf abgesetzt wurde, weil sich ein verrückt gewordener, gewalttätiger Cyberware-User irgendwo verschanzt hat. Seltsam ist jedoch, dass Militech sich unbedingt der Sache annehmen wollte und nicht möchte, dass irgendwer dazwischenfunkt. 

Es stellt sich heraus, dass der Notruf von einer Militech-Mitarbeiterin kam, welche zu einer Spezialeinheit gehörte und selber bemerkte, dass sie durch firmeneigene Cyberware bald in die Cyberpsychose gerät. Ihre Kollegen versicherten ihr, man würde kommen und ihr helfen, doch eigentlich will Militech vertuschen, dass die eigene Cyberware die Cyberpsychose ausgelöst hat und schickt ein Team, um sie zu töten und alle Beweise zu vernichten. 

CD Projekt Red legte in den Trailern und Gameplay-Präsentationen bisher viel Wert darauf, dass man die Hauptgeschichte und alle wichtigen Charaktere des Spiels kennenlernt.

Es war mir sehr wichtig und macht mich gleichzeitig sehr glücklich, dass Cyberpunk 2077 bei der Erzählung von kleineren Geschichten und in den Aufbau interessanter NPCs am Wegesrand genau so viel Liebe reinsteckt wie in der Hauptstory. 

Rostende Mönche und Zwillingsfäuste

 

Es gab zusätzlich noch zwei Nebenquests im Prolog zu entdecken. In der einen Quest musste man einen Mönch aus der Gefangenschaft der Maelstrom in einer Lagerhalle befreien.

In der anderen Nebenaufgabe ging es darum, Faustkampchampion im Stadtteil Kabuki zu werden. Ein besonderes Highlight waren Zwillinge, welche bereits zuvor gleich gedacht haben und alles miteinander geteilt haben. Sie sind dann noch einen Schritt weiter gegangen und haben ihr Bewusstsein durch Cyberware miteinander verbunden, sodass sie als ein gemeinsames Individuum existieren. Das macht den Kampf gegen vier Fäuste selbstverständlich nicht einfacher.