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Wir waren für euch auf der E3 in Los Angeles und haben satte 50 Minuten Gameplay von Cyberpunk 2077 gesehen, die uns von CD Projekt Red live vorgespielt wurden. In der neuen Demo besuchen wir den von der Öffentlichkeit verlassenen Stadtteil Pacifica und lernen eine komplett neue Gang aus Night City kennen. In unserem auführlichen Preview führen wir euch durch das Gameplay und teilen unsere Eindrücke.

Gleich zum Start der Demo gehen wir in den Charaktereditor, in dem kurz durch völlig unterschiedliche Einstellungen gewechselt wird mit Varianten der Gesichtsform, Hautfarbe oder Frisur. Laut CDPR könnte man sogar einen Charakter behalten, der wie ein Vampir aussieht. Aussehen bzw. Hautfarbe können bereits darüber entscheiden, wie eure Umgebung auf euch reagiert. 

Die Hintergründe von V hat man im Vergleich zur letzten Demo auf drei heruntergebrochen: Nomad, Streetkid und Corporate. Mehr Optionen hätte den Entwicklern wahrscheinlich noch mehr Kopfschmerzen bereitet, denn bereits letztes Jahr deutete Quest Designer Patrick Mills an, dass durch die unterschiedlichen Querverweise und Konsequenzen viele Quests noch einmal deutlich überarbeitet werden mussten. 

Bereits zu Beginn der Demo ist Johnny Silverhand an unserer Seite und kommentiert derbe so etwas wie „Keinen Schwanz interessiert, wie du aussiehst“

Nachdem der Charaktereditor zugeklappt wurde, sehen wir mehr von unserer Umgebung. Wir sind am helllichten Tag in Pacifica, einem Stadtteil von Night City, der ursprünglich als Naherholungsgebiet für Mitarbeiter der Megakonzerne geplant war. Hier stand in der Rollenspielvorlage Cyberpunk 2020 der Vergnügungspark Playland by the Sea und es sollten prunkvolle Hotels und Einkaufszentren entstehen. Zerrüttet durch Unruhen sprangen immer mehr Investoren ab, sodass viele Gebäude erst gar nicht fertiggestellt wurden und Pacifica so in eine trostlose, graue Betonwüste verwandelten. 

Der Schauplatz stellt somit einen krassen Gegensatz zu Watson aus der Demo im Vorjahr dar, der mit grünen Palmen, Neonreklame und dem Gewusel der Menschen lebendig wirkte.

Einzige Farbkleckse in Pacifica sind momentan Graffitis wie „Wo ist Johnny?“ oder ein einzelnes Neonschild im Form eines christlichen Kreuzes. Das ist auch unser Ziel - eine Kirche. Dort soll unser Kontaktmann sein, der die Verbindung zu den Vodoo Boys herstellt.  

Denn der Neurochip, den V letztes Jahr in der Gameplay-Demo ergattern konnte, soll den Schlüssel zur Unsterblichkeit enthalten. Um mehr darüber zu erfahren, will V Brigitte treffen, die Anführerin der Voodoo Boys.

In der Kirche stehen viele Menschen mit Mänteln und Kapuzen, wiegen sich nur leicht hin und her, fast wie in Trance. Ein Prediger hält in einem kaum verständlichen, wahrscheinlich mit einem starken kreolischen Akzent versetzten Englisch eine anfeuernde Ansprache. 

V tritt näher an einen Mann heran, der den Codenamen „Poor Man“ trägt. „Bist du Placide?“ „Nein, aber ich kann dich zu ihm bringen. Hier ist es nicht sicher.“

Hier lernen wir die Übersetzungscyberware kennen. Wir hören teilweise Kreolisch, lesen die passenden Untertitel dazu, die dann wie durch einen Wischeffekt von links kommend ins Englische übersetzt werden. Im Spiel wird V unterschiedliche Sprachen erlernen können und die Kenntnisse im Verlauf der Story verbessern. Während der Demo verbleiben noch einige Schnitzer in der Übersetzung, wobei nicht klar ist, ob das durch Vs mangelnde Kenntnis bedingt ist oder ein wenig kulturellen Charakter erhalten soll.

Wir folgen dem Mittelsmann nach draußen und bewegen uns an alten Baustellen entlang und über große Vorplätze hinweg. Es geht weiter bis zu einer Schlachterei, in der Placide arbeiten soll. Wir betreten das Gebäude durch den Vordereingang. Es ist ein bisschen düster und schäbig, aber immerhin hängen hier große Schinken mit synthetischem Fleisch. Die Voodoo Gang scheint für sich im Jahr 2077 zumindest einen gewissen Grad an Wohlstand etabliert zu haben, denn früher im Jahr 2020 konnte sich der Großteil der Bevölkerung nur Kibble leisten (trockene, körnige Nuggets, die mit einem Geringen Anteil echter Mineralien, Vitamine und Proteine überzogen sind).

V fragt sich in der Fleischerei herum und wird häufig mit einem desinteressierten Abwinken weiter vorangetrieben. Schön flüssig sehen die Animationen der Charaktere dabei aus und hier macht sich wohl das hauseigene Motion Capture Studio von CDPR bezahlt.

Wir finden Placide mit einem großen langen Schlachtermesser in der Hand. Zum Glück ist er uns freundlich gesinnt, denn schließlich haben wir einen Deal: Wir klären für die Voodoo Boys ein Problem und erhalten im Gegenzug ein Treffen mit Anführerin Brigitte.

Denn auch die Voodoo Boys haben seit 2020 einige Veränderungen durchlebt. Früher waren sie eine eher terroristische Gang, die teilweise in Drogengeschäfte und rituelle Morde verwickelt war. Damals gab es hauptsächlich weiße Mitglieder und nur wenigere Kontakte nach Haiti. Die Gang war hauptsächlich in der Hand von Männern, Frauen mussten besonders gewaltsam vorgehen, um sich zu behaupten und Federschmuck auf dem Kopf war ein Markenzeichen. In der Welt von Cyberpunk 2077 scheinen die Voodoo Boys eher auszusehen wie ein Fanclub von Morpheus aus den Matrix-Filmen. Als Spezialisten in Sachen Cyberspace und Hacking vollziehen sie Magie eher digital; die meisten Mitglieder sind schwarz und tragen schwarze, lange Ledermäntel. Brigitte muss sich in der Tat ordentlich durchgekämpft haben, denn nun steht sie an der Spitze. Der optische Wandel ist für mich ein bisschen zu sehr Sci-Fi Klischee, ansonsten halte ich die übrigen Veränderungen an der Gang für nachvollziehbar. 

Placide führt uns heraus und erzählt uns, dass sich seine Gang nichts gewaltsam in Pacifica angeeignet hätte. Nachdem die Öffentlichkeit das Interesse am Stadtteil verlor, wären seine Leute in die verlassenen Hotels und Malls gezogen. Allgemein scheinen sich die Voodoo Boys mehr um das Wohl der Gemeinschaft zu scheren als etwa der Mahlstrom.

Große längliche, unbemannte Transporter gleiten durch die Luft; einige von ihnen kreisen laut Placide um längst vergessene Bauprojekte. Die Gang hackt sich auf der Suche nach Nützlichem gelegentlich in ihre Systeme und holt sie vom Himmel.

Wir betreten das Foyer eines großen Hotels. Hier haben die Menschen in Pacifica einen florierenden Markt errichtet. Viele überdachte Stände bilden kleine Gassen, die zum Stöbern einladen. Leider sehen wir in der Demo nicht wirklich viel mehr als im Teaservideo. Wir steuern mit Placide einen Stand, der gemischte Waren enthält. Während Placide ein Schwätzchen mit der Verkäuferin hält, werden uns einige Einkaufsmöglichkeiten gezeigt. Die Samurai-Jacke aus dem Vorjahr hat jetzt einen Discount, es gibt allerdings auch haufenweise T-Shirts, Mäntel oder Schuhe, mit denen wir das Aussehen von V individuell gestalten können. Interessant sind auch die Daemons, die man kaufen kann. 

Daemons wurden in der Welt von Cyberpunk 2020 vom legendären Hacker Rache Bartoss entwickelt und man sie sich als eine Art Makro oder Programmkombi vorstellen. Einmal ausgelöst, werden gleich mehrere Netrunner-Programme gestartet. Interessant ist, dass man sie in Cyberpunk 2077 scheinbar wie Gegenstände ausrüsten kann. Wahrscheinlich handelt es sich um Verbrauchsgegenstände wie Potions (im Fantasy-Genre) oder aber um Mods.

Später will man sich von V in Placides Büro ein genaueres Bild machen. Auf dem Tisch liegt ein schwarzer Kasten, bei dem es sich wohl um ein Cyberdeck handeln wird (quasi ein Router für das Net in der Welt von Cyberpunk 2020). Placide will direkten Zugang zu unserem Gehirn und stellt uns vor die Wahl. Basierend auf den unterschiedlichen Charakterklassen und den Hintergründen (wie StreetKid) kann man hier Antworten geben. Während der Mitarbeiter von CDPR die einzelnen Antworten vorliest, merkt man, dass Placide immer unruhiger wird und uns zum Handeln drängt. Da erscheint auch Johnny Silverhand als Geist hinter Placide, der uns quasi dazu nötigt, einzuwilligen.

V willigt ein und bereits eine Sekunde später ist Placide in seinem Kopf. Silverhand scherzt, dass jetzt zwei Geister in ihm herumspuken. Silverhand war als Ex-Soldat und Rockerboy am Ende des vierten Konzernkrieges totgeglaubt, gelangte allerdings als digitaler Geist mit einem eigenen Bewusstsein irgendwann auf den Chip in Vs Kopf. 

Placide entdeckt den geklauten, inaktivierten Unsterblickeits-Neurochip in Vs Gehirn und wir antworten schnell, dass es sich um einen gewöhnlichen Chip handle, der durch eine Patronenkugel inaktiviert wurde. 

Placide scannt weiter und erwähnt so etwas wie einen Geisterschamanen mit Namen Viktor. Damit ist sicher der Ripperdoc aus dem Vorjahr gemeint, zu dem V scheinbar bereits eine besondere Bindung entwickelt hat. Damit wird Viktors Bedeutung erneut unterstrichen, obwohl CDPR letztens noch bestätigte, dass man unterschiedliche Ripperdocs in der ganzen Stadt besuchen kann, um Verbesserungen an der Cyberware durchzuführen.

Placide hält kurz inne als ein Kollege von ihm hereinkommt, um etwas über ein wichtiges Problem nebenan zu berichten. Je nach Hintergrund und Orientierung wäre es laut CDPR hier möglich, Placide darauf anzusprechen oder vielleicht sogar selbst nachzusehen. Der Voodoo Boy vor uns hat jedoch wichtigeres zu tun und ist wohl so zufrieden mit unserem Brainscan, dass wir den Job machen dürfen.

Er schaltet sich fortan virtuell zu unserem Bewusstsein hinzu und sieht bzw. hört alles, was wir erleben. Dabei wird ein bewegtes Icon mit seinem Gesicht links oben im Bild eingeblendet, wenn er zu uns spricht, wie z.B. zuvor T-Bug oder bei einem Anruf von Jackie. 

Eine Einsatzbesprechung erfolgt als nächstes, bei der eine 3D-Karte der Grand Imperial Mall auf dem Bildschirm zu sehen ist. Hier hat sich die Animal Gang verschanzt. Nach einigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den Voodoo Boys ist es aktuell seltsam still geworden. Sie bewachen zudem irgendeinen wichtigen Gegenstand. V soll in die Mall vordringen, die Bedrohungen ausschalten und das Objekt sichern.

Wir verlassen das Gebäude und sehen, wie die Sonne langsam über Pacifica untergeht. An dieser Stelle erwähnt CDPR den dynamischen Tag-/ und Nachtzyklus im Spiel, der sich hier sehr hübsch durch längere Schatten und etwas mehr Wärme auf den kalten Betonbauten bemerkbar macht.


Vor uns parkt ein rotes Motorrad, vergleichbar zu dem aus der Collector’s Edition. V schwingt sich auf den fahrbaren Untersatz und ab geht die Post durch das graue Ödland von Pacifica. Wir kommen vorbei an riesigen, unfertigen Prachtbauten, daneben eine Neonreklame mit „Willkommen in Paradies“. Die Reklame zeigt schöne Hotels mit einem Yachthafen, die es nie geben wird. Der gräulich-gelbe Himmel wechselt zu einem leichten Rot bevor die Nacht über Pacifica hereinbricht. Wir brettern über dunkle Highways und fühlen uns fast an die Outlands aus dem Sci-Fi Epos Tron erinnert. 

V kommt am Zielpunkt an und trifft auf eine Patrouille der Voodoo Boys. Die beiden Jungs sitzen eher entspannt auf bzw. in einem Wagen, der aussieht als wäre er den 80ern entsprungen. Richtig ernst nehmen tun sie ihren Job wohl nicht, aber auf der anderen Seite sei es laut ihren Aussagen eher langweilig geworden, da kaum feindliche Aktivität zu sehen sei. Die Animals hätten nur ein paar Ausflüge gemacht, um Vorräte aufzufüllen und wären dann wieder in der GIM verschwunden. 

Laut CD Projekt Red kann sich der Spieler frei entscheiden, wie er das Gebäude betreten möchte. Mutige und schwer aufgerüstete Vs wollen vielleicht den Vordereingang wählen, aber hier entscheidet man sich lieber für den Lieferanteneingang. V versteckt sich hinter Kisten, denn die Garage wird gut bewacht.

Dank der Augenimplantate kann unser männlicher V mit Hackerskillset die Animal-Gang vor Ort bereits aus der Entfernung unter die Lupe nehmen und ihnen ausweichen. Das zu sichernde Zielobjekt stellt sich als Van heraus, der eine besondere Bedeutung haben muss.

Obwohl der Name es vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei den Animals nicht um Exotics, also nicht um Menschen, die sich mit tierischer Cyberware fast in Fabelwesen verwandelt haben. Stattdessen handelt es sich bei den Animals um wahre Muskelprotze, die sich dank einer Droge namens Juice übermenschliche Kraft und Reflexe aneignen. Sie lieben Workouts und schrecken nicht davor zurück, ihre körperliche Überlegenheit in Martial Arts Kämpfen zu demonstrieren. 

V schleicht sich von hinten an einen Animal heran, nimmt ihn in den Schwitzkasten. Ab diesem Moment könnt ihr den Gegner als Schutzschild verwenden, ihn in den Schlaf schicken oder gleich ins Jenseits befördern. Ein Menü taucht in solchen Momenten auf und lässt euch stets die Wahl, denn laut CDPR könnt ihr das ganze Spiel als Pazifist beenden, ohne auch nur einer Cybefliege ein Haar zu krümmen. Aktuell nutzen wir jedoch einen Müllcontainer, um den Gegner daran KO zu schlagen und ihn sofort darin „zu entsorgen“. 

Wir kommen an einigen verschlossenen Türen vorbei und die Entwickler deuten bereits an, dass es überall im Spiel solche Passagen geben wird. Je nach Ausrüstung könnt ihr solche Türen öffnen oder später einmal zurückkehren, um zu schauen, was sich dahinter befindet. Aktuell hat unser Hacker nicht genügend Muckis, um die Türen aufzustemmen. 

Was uns aber sehr wohl gelingt ist ein Zugriff auf ein Terminal, welches wir mit einem Minigame hacken. In den wenigen Sekunden auf dem Bildschirm ist dieses nur schwer zu durchschauen. Es gilt mehrere Kombinationen aus Zahl und Buchstabe auf einem Raster zu finden (z.B. 5H, dann 3F usw.). Dazu sind auf dem Bildschirm wahrscheinlich etwa 25 Kombinationen zu sehen, die man per Zeile und Spalte ansteuern kann. Nach einem erfolgreichen Hack erhält V Zugriff auf die Steuerung einer Überwachungskamera in der Nähe, welche gleich deaktiviert wird. Wenn man sich besonders geschickt im Minigame anstellt, kann man laut CDPR mehr Zugriff zum Netzwerk der Mall erhalten und sogar Malware hochladen. Unser V in der Demo ist jedoch noch lange kein Profihacker, weswegen wir nur die Basics verändern können. Das Minigame wird nicht bei jedem Hack nötig sein und wahrscheinlich je nach Schwierigkeit zu überspringen sein.

Placide schaltet sich in dem Moment hinzu und mahnt an, dass noch ein weiterer, feindlicher  Netrunner im System ist und bereits von der Anwesenheit Vs erfahren hat. Weitere intensive Hacks sollte man daher unterlassen.

Ein Stückchen weiter in der Mall haben sich die Animals einen Trainingsraum eingerichtet. V pirscht sich an eine Gruppe Animals heran, die gerade mit einem Trainingsbot boxen. Aus der Entfernung wird ganz ohne Minigame per „Instant Hack“-Skill die Kontrolle über den Trainingsbot übernommen. Die Sicherheitsprotokolle des Bots werden übergangen und etwas mehr Wumms zum Punch hinzugefügt. Das Ergebnis: Der Bot holt zum Schlag aus und zermatscht das Gesicht eines Animals wie eine überreife Melone, die ganze Soße spritzt umher. Andere Animals eilen zur Hilfe, um sich den Unfall genauer anzuschauen. Die ideale Gelegenheit, um sich weiter an ihnen vorbeizuschleichen. 

Links sind mehrere Trainingsbänke mit schweren Gewichten aufgebaut. Es gibt wenig Deckung, um unbemerkt weiter zu kommen und vor uns drückt ein Animal ununterbrochen mehrere hundert Kilos in die Luft. Der ideale Zeitpunkt um ähnlich wie z.B. im Spiel Hitman einen weiteren kleinen „Unfall“ zu provozieren. Wir hacken die Trainingsbank, entriegeln die Sicherheitssperre und machen es dem Muskeltier etwas schwerer. Wie in einer Autopresse wird dieser zerquetscht und wird sich trotz Reha sicherlich nicht mehr erholen. 

Wir schleichen uns eine Rolltreppe rauf und treffen auf zwei weitere Animals vor einem Getränkeautomaten. Hier haben wir dank eines Hacks, der ebenfalls einem „Control“-Programm aus Cyberpunk 2020 entsprechen kann, die Möglichkeit, ein paar Getränkedosen auszuwerfen. Die Animals drehen sich um, wundern sich über die Dosenspende und genießen die letzten Sekunden ihres Lebens. V sprintet voran und zückt ein Nanowire, eine Art Laserpeitsche, welche aus den Animals prompt Gehacktes macht. Das Nanowire ist ebenfalls eine alter Bekannter aus dem Pen & Paper RPG Cyberpunk 2020, welches dort vom Hersteller Kendachi als Waffe produziert wurde und als integrierte Cyberware unter dem Namen Slice & Dice bekannt war. 

Wir sind fast beim Van angekommen als CDPR dank eines Devtools zu einem weiblichen V mit starken Soloskills wechselt. Wir spielen das Segment in der Mall erneut. 

Als superstarke V gelingt es uns dieses Mal, die verschlossenen Türen einfach per Hand aufzustemmen. Sehr cool sieht es aus, wenn die Hände von V in der Egoperspektive nach den Türspalten greifen und die einzelnen Panzerplatten ihrer Cyberware-Arme unter der Belastung auseinandergleiten und wir teilweise in den Arm hineinschauen können. V öffnet so weitere Türen, sodass wir die meisten Feinde direkt umgehen können und uns aus einer anderen Richtung dem Van nähern. Gefühlt wiederholen sich hier die Animationen beim Aufstemmen der Türen ein wenig, sodass man sich mehr Variationen wünscht. 

Wir landen in einer größeren Halle über dem Van und scannen die Umgebung. Hier entdecken wir direkt vor dem Fahrzeug die Anführerin der Animals mit Namen Sasquatch. Wir drehen uns wieder um und wollen uns durch die Schlafquartiere der Animals schleichen als uns einer von ihnen entgegenkommt. Wir prügeln uns und nutzen sowohl eine angebrochene Flasche als auch eine dreieckige Klinge, um den Gegner und seine jetzt aufgeweckten Freunde zu erledigen.

V levelt nach dem Kampf auf und für wenige Sekunden erhaschen wir einen Blick auf den Skilltree, bei dem unterschiedliche Waffentypen zu sehen sind. Die Skills verbessern sich in Cyberpunk 2077 je nach Gebrauch, werden aber von den Attributen beeinflusst und ihr könnt zusätzlich Perks freischalten. Da wir in den Schlafräumen einen Revolver finden, schaltet der CDPR-Mitarbeiter den Handwaffen II-Skill frei. 

Die Momente des Schleichens sind vorbei und V wirft sich ins Gefecht. Ein Gegner wird gepackt, um ihn als Schild gegen den einprasselnden Kugelhagel zu verwenden. Unsere Heldin wird von einem Geschützturm erfasst und wir rennen schnell zu ihm hin. V packt kurzerhand den ganzen Geschützturm und reißt unter Funkenschlag die ganze Railgun aus der Verankerung. Die Animals bemerken, dass sich da ein ordentliches Problem auftut und stürmen mit übermenschlicher Geschwindigkeit auf V zu. Aufgrund der enorm schnellen Sprints sind die Animals kurzzeitig unsichtbar und tauchen dann erst einige Meter weiter wieder auf. Doch das reicht nicht aus, um V kaltzustellen. Dank ihrer starken Cyberware hält V mit der dicken Wumme solange auf die Animals drauf, bis sich nichts mehr rührt.Der Weg zum Van ist frei.

Die Entwickler springen nun zurück zum männlichen V mit den Hackerskills. Dieser nutzt mehrfach das Nanowire, um Gegner meistens mit einem One-Hit-Kill aus dem Weg zu räumen. Das Nanowire besitzt außerdem eine zweite Funktion mit der wir Gegner aus der Entfernung fesseln und hacken können. Dadurch hat V die Möglichkeit, Gegner soweit umzuprogrammieren, dass sie sich selbst mit ihren Granaten in die Luft jagen oder durch einen Hack der Cyberware-Arme mit der eigenen Pistole selbst das Licht ausblasen. Mit einem Hack eines Anführers ist es sogar denkbar, dass sich der Hack auf die Untergebenen ausbreitet. Nach dem Massensterben ist auch für den männlichen V der Weg zum Van frei. 

V klinkt sich in den Van ein und entdeckt mit Placide zusammen, dass das Fahrzeug einer Abhöreinheit von NetWatch gehört. Die Cyberspace-Polizei nimmt dadurch alle Aktivitäten der Voodoo Boys auf, um sie gegen sie zu verwenden. Es befindet sich sogar ein Agent der NetWatch im Gebäude, den es zu erledigen gilt.

Die Animals, die mit der NetWatch kooperieren, versuchen V aufzuhalten, doch ein geübter Hack des Geschützturms lässt ihn schnell für uns arbeiten und sorgt in kurzer Zeit für Ruhe auf dem Schlachtfeld.


Erneut springen wir zur kräftigen, weiblichen Solo-Version von V zurück, denn ein Bosskampf naht. Sasquatch stellt sich uns in den Weg. Die muskelbepackte Anführerin der Animals trägt das Juice nicht nur in ihrer Blutbahn, sie hat sogar einen Tornister auf dem Rücken, der sie stets mit neuem Saft versorgt. Sie lässt einen riesigen Hammer kreisen und wo sie trifft, wächst so schnell kein Gras mehr. Es stellt sich heraus, dass der Container mit dem Juice, welcher im eher mager beleuchteten Teil der Mall bläulich silbern aufleuchtet, ihr Schwachpunkt ist. V zielt also auf den Rücken von Sasquatch, was gar nicht so einfach ist, da die Gangleiterin im Boden versenkbare Reklametafeln nutzt, um sie als Barriere zwischen V und sich zu platzieren oder V damit einzukesseln. Mit dem Bruch des Juicecontainers schwinden auch die Kräfte von Sasquatch und sie lässt den Hammer fallen. Die Gelegenheit für V, sich den Hammer zu greifen und damit ihrer Kontrahentin das Leben schwer zu machen. 

Doch unsere Gegnerin packt plötzlich V und beginnt mit Hilfe von NetWatch einen Hack. Nun haben wir zwei Probleme: Die Gegnerin vor uns und den NetWatch-Agenten, der einen Hack initiiert. Der Bossfight hat laut CDPR nun ein Zeitlimit. Zum Glück schaffen wir es, die drogenabhängige Bodybuilderin rechtzeitig auf die Bretter zu schicken. Nun haben wir die Chance, Sasquatch permanent zu erledigen (zu töten) oder sie bewusstlos am Leben zu lassen, was natürlich jeweils mit Konsequenzen verbunden ist. In der Demo knipst V die Frau am Boden endgültig aus.

Wir hetzen rüber zum NetWatch-Agenten, der sich in einem alten Kinosaal versteckt hat. Hier bricht der Kontakt zu Placide ab - ein Zufall? Wir betreten den Saal voller leerer Sitze, die mit rotem Stoff überzogen sind. Es läuft ein Western auf der Leinwand, der mit echten Schauspielern besetzt ist (keine CGI- oder Spielcharaktermodelle). Der Agent hält sich im Vorführraum auf und stellt sich als Bryce Mosley vor. Mosley sucht keinen Kampf, er möchte mit V verhandeln und bietet sogar mehr Geld als die Voodoo Boys. Wir erklären, dass wir nicht auf Geld aus sind, sondern auf ein Treffen mit Brigitte. Mosley behauptet, dass die Gang V nur benutzen würde und Brigitte die ganze Operation überwacht hätte. Laut seinen Informationen würde man V loswerden wollen sobald der Job erledigt ist.

Man steht nun vor der Wahl: Wem soll man vertrauen? Wir entscheiden uns für die Seite der Voodoo Boys und überwältigen Mosley. Wir hacken sein Bewusstsein und wollen den Angriff von NetWatch stoppen. Wir sehen eine Übersichtskarte von Night City mit unterschiedlichen Standpunkten und wie NetWatch nun plötzlich versucht, den Standort in Pacifica zu übernehmen, da von den verbundenen Knotenpunkte rote Pfeile auf uns zusteuern. 

Doch irgendwas läuft schief. Vs Bewusstsein wird überlastet und startet neu. Mehrere Stunden später erwachen wir und liegen neben dem toten Mosley. Johnny Silverhand steht neben uns und informiert uns, dass uns die Voodoo Boys tatsächlich reingelegt haben. Placide hat die Verbindung von NetWatch über V gegrillt, um die Voodoo Boys zu schützen, aber unsere Protagonistin hat irgendwie überlebt.

V schnappt sich eine ordentliche Summe Eddies, die Mosley im Kino hinterlassen hat und verlässt die Mall. Dabei kommen wir an den Schlachtfeldern von vorher vorbei und sehen die Schäden an der Umgebung, die wir zuvor angerichtet haben. Draußen ist es mittlerweile wieder Tag und wir treffen die Laufburschen von Placide erneut, die sichtlich überrascht sind, dass wir noch leben. Wir verlangen sofort zu Placide gebracht zu werden und reisen jetzt per Fast-Travel. Während des Ladescreens werden einzelne Bilder gezeigt, die jedoch eher düster sind und fast wie Screenshots der Umgebung aussehen. 

Zurück bei Placide bedanken wir uns erst einmal mit einem saftigen Schlag ins Gesicht beim verdutzten Voodoo Boy. Er geht kurz zu Boden und Brigitte betritt den Raum. 

Sie wusste von dem Geheimnis unseres Neurchips und bietet uns an, seine Intaktheit zu überprüfen. Wir folgen ihr tief in das Kellersystem des Gebäudes, wo wir über die Schächte und Wagen eines stillgelegten Nahverkehrszuges zu einer Art Kommandozentrale gelangen.

Hier warten weitere Voodoo Boys auf uns, sowie eine Badewanne voller Eiswürfel. Brigitte deutet an, dass der Neurochip möglicherweise früher einmal Johnny Silverhand gehört hat, da auf im ein Teil seiner Signatur zu finden ist. Um mehr über die Funktion des Chips zu erfahren, müssten wir Alt Cunningham kontaktieren. Die legendäre Hackerin war Silverhands Exfreundin und die erste Person, die es schaffte, ihr Bewusstsein digital in den Cyberspace hochzuladen. Mit Silverhands Signatur will Brigitte Alt im Cyberspace anlocken. Niemand sei seit langer Zeit so tief in das Net vorgedrungen und V könnte die erste sein, der es gelingt.

Wir legen uns in die Wanne voller Eis und schließen die Augen. Ähnlich wie in der Matrix sehen wir um uns herum die Umgebung durchzogen mit roten und weißen Pixeln. Die Netrunner der Voodoo Boys und Brigitte sind nur noch schemenhaft als Schatten zu erkennen. Brigitte bringt uns tiefer in das Net hinein und um uns herum verschwindet begleitet von coolen Effekten jeglicher Bezug zum physischen Raum. Über einen Ozean von Daten hinweg gleiten wir auf eine riesige Wand zu. Brigitte sagt, dass vor uns die Blackwall liegt, die Trennwand zu den tiefsten Teilen des Cyberspace und niemand außer Alt habe es bisher hinein oder heraus geschafft. In diesem Moment sehen wir wie eine gigantische Gestalt vor uns die Wand der Blackwall in unsere Richtung eindrückt. Etwas will sich Zugang auf unsere Seite verschaffen. Ist es Alt Cunningham? 

An dieser Stelle endet die Demo von Cyberpunk 2077


Cyberpunk 2077 zeigte mir in dieser Demo wie facettenreich und cool das Gameplay und insbesondere der Kampf sein können. Environmental Takedowns, Gegnerhacks und provozierte Unfälle sehen sehr geil aus. Hacker und Solo verfolgen unterschiedliche Strategien, die prima in Szene gesetzt werden. 

Ich freue mich schon sehr darauf, alle Möglichkeiten durch die unterschiedlichen Skills meines Charakters auszureizen und neue Wege oder ganze Areale zu entdecken.

Pacifica ist im Spiel genau so geworden wie ich mir gewünscht habe: chaotisch, verkommen und in der Hand von Gangs. Als Analogie zu unterschiedlichen Landschaften mit einer eigenständigen Bevölkerung in der Welt von The Witcher erhalten wir hier ebenfalls einen visuellen Kontrast zum bunten Treiben im Stadtteil Watson und einen eigenständigen kulturellen Kontext mit einer Gang, die Wurzeln aus Haiti beisteuert.

Keanu Reeves ist ein Hauptgewinn für‘s Spiel und es ist genial, dass er nicht nur irgendein Kameo in Cyberpunk 2077 haben wird, das nach vordergründiger Promo riecht, sondern als Johnny Silverhand eine zentrale, wenn nicht sogar die zweitwichtigste Rolle in der Geschichte haben wird. Der Twist am Ende der Demo mit einer möglichen Rückkehr von Alt Cunningham und Ausflüge in die Tiefen des Cyberspace sind super vielversprechend und decken eine komplett andere Facette der Welt von Cyberpunk ab. 

Löblich ist die Arbeit von Lead Composer und Music Director Marcin Przybyłowicz zu erwähnen, von der wir im Vorjahr noch nicht viel hören konnten. Seine Songs sind teils befremdlich synthetisch, teilweise pulsierend und spannungsgeladen, aber immer genau passend zum Moment. Sie haben Charakter und bleiben in Erinnerung.

Die Referenzen und die Treue zum Ausgangsmaterial Cyberpunk 2020 sind überall erkennbar. Ich mache mir da zusammen mit der Unterstützung von Urvater Mike Pondsmith überhaupt keine Sorgen, dass zu wenig Cyberpunk im Spiel stecken könnte. 

Visuell beeindruckte die Demo nicht so sehr im Vergleich zum Vorjahr, was natürlich auch an der nüchterneren Umgebung lag. Die optische Inszenierung des Net und die Übergänge in die Tiefen des Cyberspace gegen Ende der Demo sind dagegen einfach der Hammer. Die runden Animationen und der Tageszyklus wussten zu gefallen und die Charaktermodelle schienen einen Tick detailreicher zu sein als 2018. Die Egoperspektive stellt sich erneut als richtige Entscheidung heraus, um dem Spiel Dramatik zu verleihen.

Die heiß ersehnte Vorstellung des Netrunners fiel mir pesönlich etwas zu flach aus. Ein geübter Netrunner könnte spurenlos in ein System eindringen und Kämpfe komplett vermeiden. Wenn man das Spiel ohne Töten beenden kann, hätte CDPR in der Demo perfekt einen kompletten Schleichdurchgang eines Netrunners demonstrieren können, welcher bisher nur durch KO-Schläge angedeutet wurde. Die Vorlage Cyberpunk 2020 bietet genug, nicht tödliche Programme und Cyberware, die einen Netrunner lautlos und nahezu unsichtbar machen können. Vielleicht scheute man sich hier zu sehr, Parallelen zu Deus Ex zu ziehen, bei dem Jensen zuletzt Schleichprothesen an den Füßen, Elektroschockerprojektile und dermale Tarnvorrichtungen besaß. 

In die gleiche Kategorie fällt das Hacking als Minigame. Vorab erhält CDPR jetzt von mir großes Lob, sich an einem solchen Minigame überhaupt zu versuchen, denn ich hatte es mir sogar von Herzen gewünscht. Wenn diese an zentrale Gameplay-Elemente gebunden sind, können sie häufig zu langweilig, zu nervig oder zu einfach sein. Das stellt eine große Herausforderung an die Entwickler dar. So richtig verstanden habe ich das Minigame jedoch nicht und ebensowenig offenbarte sich mir die Challenge für den Spieler. Gibt es ein Zeitlimit? Was passiert, wenn ich versage? Wie hängt das mit dem Hackingskill zusammen? Kann ich nur bei sehr einfachen Hacks das Minigame überspringen? Gibt es auch Hackingskills, die man auf Gegner anwenden kann, ohne sie sofort zu töten?

Wenig zu berichten gab es über das eigentliche Rückgrat eines RPGs: Attribute und Skills. Was genau hat der Netrunner hier zu bieten, welche Möglichkeiten habe ich beim Levelaufstieg und wie gestaltet sich der Skilltree? Wo ist der Techie? Über all das huscht man in der E3-Demo zu schnell hinweg. Das liegt wahrscheinlich daran, dass CD Projekt Red einfach einen anderen Fokus bei der Demo gelegt hat und wir vom Techie bestimmt mehr auf der Gamescom sehen werden. Denn sonst könnte man diese Verschwiegenheit als Unsicherheit seitens der Entwickler werten, was ich bei solch zentralen Gameplay-Elementen weniger als ein Jahr vor dem Release als beunruhigend empfinden würde.

Vielleicht bin ich hier einfach zu kritisch, weil ich mir für die Demo weniger „coole Kämpfe“ und mehr traditionelle RPG-Elemente gewünscht hätte: Mehr Erkundung der Spielwelt, mehr Interaktion mit einzigartigen, interessanten NPCs am Wegesrand, mehr persönliche Schicksale und gelöste Nebenquests. 

Cyberpunk 2077 ist auf dem richtigen Weg, aber vielleicht sollte CD Projekt Red bei kommenden Präsentationen mehr die Stärken ausspielen, durch die die Firma bekannt geworden ist.